Geh- und Wanderstöcke selbst gemacht

Mit dem richtigen Stock in der Hand macht Wandern einfach mehr Freude

Es ist nicht schwer, einen Gehstock zu bauen. Wer in der Natur viel unterwegs ist und sich für Hölzer interessiert, wird auch seinen Blick schulen und seine Liebe zum Detail entdecken. Ein zukünftiger Gehstock sollte möglichst gerade gewachsen und stark genug sein so daß man sich darauf stützen kann. Harthölzer genügen diesen Anforderungen, Haselnuß und Hartriegel haben auch den Vorzug daß die Stöcke schon relativ gerade gewachsen sind. Betrachten Sie das Bild untenstehend, das ist ein schönes Beispiel dafür wie ein zünftiger Wanderstock im Walde steht.

Original Hasel im Wald

Und aus der Astgabel, Rohling siehe Bild unten, läßt sich ein wunderschöner Handknauf schnitzen:

Astgabel Rohling

Handknauf aus Astgabel

In der Tat, der richtige Handknauf wächst bereits im Wald. Bei besonders schön gerade gewachsenen Stöcken kann man einen Handknauf natürlich auch aufsetzen. Ist der Stock dick genug, geht sowas mit einem 8-mm-Dübel. Das Bild zeigt die Verwendung eines ausgedienten Kommodenknopfes als aufgesetzten Handknauf auf einem Haselstock:

Handknauf kugelförmig

Die folgenden Bilder zeigen einmal ein T-Griffstück aus Esche aufgesetzt auf einen Hartriegelstock und einen Hakengriff aus Kirschenholz, aufgesetzt auf einen ungeschälten Haselstock.

T-Griffstück aus Esche

Haken-Griffstück Kirsche

Bleibt noch die Frage der Gestaltung des Stocks am unteren Ende. Bewährt haben sich einmal handelsübliche Gummikappen, bei dickeren Stöcken geht auch ein ausgedienter Sektflaschenkorken, verleimt mit einem 8-mm-Dübel. Das verhindert daß der Stock von unten her beschädigt wird und es dämpft den Stoß beim Aufsetzen. Gummikappe wie Kork verhindern außerdem ein seitliches Wegrutschen der Stockspitze auf glatten Untergründen.

Gummikappe Sektkorken

Von links nach rechts: Haselnuß, Haselnuß, Birke, Haselnuß, Hartriegel:

Meine Stöcke

Holzarten und Finessen

Holz biegen? Um es vorweg zu nehmen: Ein fabrikmäßig gefertigter Stock der kerzengerade ist, ist langweilig. Solange das Holz noch nicht prasseltrocken ist, besteht jedoch die Möglichkeit der Geradebiegens, denn eine natürliche Krümmung ist fast immer vorhanden. Im zeitigen Frühjahr geschnittene Haselstöcke sind saftig und lassen sich bis einige Wochen nach dem Schnitt sehr gut geradebiegen, wobei der Biegevorgang ggf. einigemale wiederholt wird. Auf jeden Fall wird der Handknauf schön glatt geschliffen nicht zuletzt nur um einer Blasenbildung auf der Handfläche vorzubeugen. Seitliche Ästchen werden entfernt und nachgeschliffen, das bringt diese Augen dekorativ zur Geltung. Auf gar keinen Fall sollte ein Wanderstock lackiert werden, Todsünde! Im Grunde genommen brauchen wir gar keinen Oberflächenschutz, auch ein nasser Wanderstock trocknet wieder. Nichts jedoch spricht gegen eine Leinölfirnis was die Maserung befeuert, das Holz aber auch dunkler macht.

Haselnuß hat die typisch graubraune Nußtönung, vorausgesetzt das Holz ist von seiner Rinde befreit. Wenn die Rinde nicht bis tief in den Splint hinein entfernt wurde (frisches Holz ist hier fast weiß), lassen sich mit Schleifpapier wunderbare Effekte herausarbeiten. Astaugen und Verästelungen haben bei Haselnuß oft auch naturgegebene Farbvariationen. Frisches Haselholz ist sehr fein- und kurzfaserig und läßt sich hervorragend schnitzen. Ganz anders ist Hartriegel der seinem Namen alle Ehre macht. Bereits beim Sägen hat man den Eindruck daß die Säge stumpf wird. Bei diesem Holz ist mehr Schleifen als Schnitzen angesagt.

Aus einem Stück geschnitzt, Hartriegel

Hartriegel

Handknauf aus der Wurzel, Kirsche

Kirsche mit Wurzel


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