Entdeckungen am Felsberg im Odenwald

Urgeschichtliche und neuzeitliche Steinbearbeitungen im Granit am Felsberg

Alle Jahre wieder sind wir am Felsberg, so auch im April 2013. Das Faszinierende an diesem Berg sind sowohl die geologische Entstehungsgeschichte als auch die mysteriösen Steinbearbeitungen, deren Anfänge über 2000 Jahre zurückreichen in die Zeit des Römischen Reiches. Oder vielleicht noch viel weiter zurück???

Mysteriös deswegen, weil wir den prähistorischen Steinmetzen weder ordentliche Werkzeuge noch ein verständliches Motiv für ihr Handeln zubilligen können. Heute finden wir am Felsberg sowohl prähistorische als auch gegenwärtige Bearbeitungsspuren an harten Granitblöcken.

Untenstehend ein paar Fotos von Steinbearbeitungen aus alten und neuen Zeiten. Die Spalttechnik ist bis heute unverändert, es gibt jedoch auch Flächen an riesigen Graniten, die nicht infolge Spaltung sondern durch einen Schnitt entstanden sind.

Sarg-Stein

Der sogenannte Sarg, etwa 20 Minuten Gehzeit vom Gipfel des Felsberges entfernt liegend.

Was wäre die Zweckbestimmung dieses Megalithen wirklich gewesen? Wir wissen es nicht, wohl kaum sollte das ein Sarg werden, dafür ist der Stein zu lang.

Altar-Stein

Dieser Stein wird Altarstein genannt, er ist jedoch unvollendet. Wozu wurden an diesem Stein sehr präzise und flächenartig die Teile abgetrennt? Auf jeden Fall mit einer ausgeklügelten Schneidvorrichtung, denn Spaltflächen sind nicht so plan, wie diejenigen, die auf dem Foto zu sehen sind.

Auf der pultartigen Dachfläche des Altarsteins sind zwei lange Schnitte zu sehen, welche die gesamte Breite des Altarsteins überspannen, auf dem Bild nur andeutungsweise zu sehen. Diese Schnitte zeigen sowohl ausgeprägte Spuren einer Säge als auch Vertiefungen für Keile.

Aber was heißt unvollendet? Es sieht ganz danach aus, als hätte sich derjenige, der von diesem Stein etwas abgeschnitten hat, eben auch mit dem Stück, was er abgeschnitten hat, zufrieden gegeben. War dieses Etwas, was da abgeschnitten wurde, vielleicht eine größere Scheibe Glimmer?

Keilsetzung

Zum Spalten von Granit werden, auf einer Linie liegend, Vertiefungen eingemeißelt. Da hinein werden dann Keile geschlagen, bis dass der Stein gespalten wird. Linksstehendes Foto zeigt, wie eine solche Spaltung vorbereitet wurde. An dieser Technologie hat sich bis heute nichts geändert.

Diese prähistorische Steinbearbeitung ist jedoch sehr gleichförmig und sieht so aus, als wären die äquidistanten Vertiefungen mit einer diamantbesetzten Fräsmaschine gemacht worden, wobei sich mehrere Fräserköpfe gleichzeitig gedreht haben müssen.

Bruchkante

Nachdem die Keile den Stein gespalten haben, ergeben sich Bruchflächen, die verhältnismäßig wenig Nacharbeit erfordern.

Wie wurde jedoch diese, auffällig sehr ebenmäßige Fläche und gerade Bruchkante erzeugt? Da steckt mehr dahinter als eine Spaltung.

Spaltlinie

Zum Vergleich mit den gezeigten prähistorischen Steinbearbeitungen: Eine neuzeitliche Bearbeitungsspur.

Die Bearbeitungsspur lässt auf einen Presslufthammer schließen.

Verschneidung

Schnitte am Altarstein. Es handelt sich um Schnittflächen, die in einem Zug also infolge eines Schnittes in den Stein hinein entstanden sind (nicht infolge Abspaltung).

Die Verschneidung gibt ein Rätsel auf und die Säge, mit welcher diese Schnitte gemacht worden sind, hätte ich gerne einmal im Original gesehen.

Noch interessanter sind die Erklärungen auf zahlreichen Tafeln, wie die Römer vor 2T Jahren riesige und tonnenschwere Granitblöcke vom Felsberg i. Odenwald zum Rhein und zur Mosel transportiert haben sollen. Da wird einfach nur behauptet, ohne das nur ansatzweise zu belegen, das ist alles mehr als lachhaft. Und warum die Römer das gemacht haben sollen, wird natürlich auch geflissentlich verschwiegen. Auch fehlen für Behauptungen, daß Gebäude in Trier unter römischer Herrschaft aus Odenwaldgranit errichtet wurden, bis heute jegliche Nachweise.

Sicher sieht der Domstein in Tier der Römersäule am Felsberg ähnlich, aber die Granite sind erheblich unterschiedlich zusammengesetzt was bereits der Farbton verrät. Auch das Fehlen gleichartiger oder zumindest ähnlicher Bearbeitungsspuren deutet darauf hin, dass der Tierer Domstein eben nicht vom Felsberg des Odenwaldes stammt.

Feldspat, Quarz und Glimmer,
das vergeß‘ ich nimmer ??

…Jaja. Klugscheißer gibts genug auf dieser Welt, ganz besonders links des Rheins und südlich des Mains. Und morgen erkläre ich Euch warum die Dinos ausgestorben sind. Überraschung vorweg: Nicht wegen eines Meteoriteneinschlages.


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