Thüringen Rundreise, Herbst 2008

Eine herbstliche Reise durch Thüringen

Im Spätsommer 2008 war ich mit meiner Frau eine gute Woche unterwegs zwischen Bayern und Niedersachsen. Die Seite hier soll ein paar Eindrücke von dieser Rundfahrt vermitteln.

Freitag

Am ersten Tag fuhren wir durch das schöne Taubertal nach Franken und schließlich hinein in die fränkische Schweiz. Dort besuchte ich einen Klassenkameraden, den ich zuletzt 1975 gesehen habe auf der Abschlussfeier zum Abitur, welches wir zusammen in Bad Berka machten. Er ist mit seinen Eltern ein paar Jahre später in den Westen ausgereist und wir hatten uns völlig aus den Augen verloren. Bei diesem Wiedersehen nach 33 Jahren gab es viel zu erzählen, bei einem guten Glas Rotwein.

Sonnabend

Den Samstag widmeten wir dem Thüringer Wald und fuhren auf der neuen Autobahn A73 an Coburg vorbei auf die Bundesstraße B4 durch das Tal der Schleuse hinauf zum Rennsteig nach Schmiedefeld. In Schmiedefeld/Rennsteig gab es ein richtig gutes Mittagessen mit handgemachten Thüringer Klößen. Über Neustadt ging es dann nach Gehren und von dort aus auf der A71 weiter nach Weimar über Erfurt und die neue Ost-Umfahrung. Abends bei der Verwandtschaft...

Sonntag, Tag des offenen Denkmals

Karolinenturm

Einen einzigartigen Rundblick garantiert der Kötsch mit seinem 1909 erbauten Karolinenturm. Vom Thüringer Wald bis zum Harz ist so gut wie alles zu sehen, was in Thüringen sehenswert ist. Ungezählte Ortschaften, weit über 100 Windräder, im Osten die Saaleberge bei Jena und im Südosten das Erzgebirge.

Anreise mit PKW: Fahren Sie von Blankenhain aus bis zur Waldgaststätte Müllershausen, dort können Sie das Auto parken. In ca. 10 Minuten sind Sie zu Fuß am Turm. Den Kötsch können Sie natürlich auch komplett zu Fuß erobern, etwa von Mechelroda, Kiliansroda, Öttern, Buchfart oder Saalborn aus.

Besuchen Sie den Kötsch und den Karolinenturm auf einer extra Site mit vielen Bildern!

Hainturm

Vom Chef der Kötschberggemeinde e.V. erfuhren wir an diesem Sonntag, dem Tag des offenen Denkmals, dass auch der Hainturm wieder aufgebaut wird. Der kleine Turm steht in einer dem Schlosspark Belvedere bei Weimar angrenzenden Waldung zwischen den Ortschaften Köttendorf, Mellingen und Taubach etwa 500 m nördlich der Autobahn A4.

Bis zum Beginn des II. Weltkriegs wurde am Hainturm eine Schankwirtschaft betrieben, wie mir mein Vater erzählt halt. Der Bierkeller (Eingang siehe Foto links unten) dürfte noch gut erhalten sein.

Wenig bekannt ist, dass es in der Nähe des Turms auch einen Brunnen gibt, der zu DDR-Zeiten kurzzeitig freigelegt, dann aber jedoch, wahrscheinlich aus Sicherheitsgründen, verfüllt wurde.

Anreise mit PKW: Fahren Sie von Mellingen aus bis zum Ortseingang Köttendorf, dort stellen Sie das Auto ab. An einem Fischteich vorbei führt der Forstweg unter der A4 hindurch direkt zum Turm.

Scheune

Diese schöne offene Feldscheune steht auf der Freifläche zwischen Köttendorf und dem Hain (Hainturm). Auf dem Weg von Köttendorf zum Hainturm kommen Sie direkt an dieser Scheune vorbei.

Schloss Blankenhain

Weiter gings am Tag des offenen Denkmals zum Schloss Blankenhain/Landkreis Weimar.

Schloss Blankenhain

50 Jahre Sozialismus sind an diesem Schloss nicht spurlos vorübergegangen. Was der Besucher heute zu sehen bekommt, haben einige Mitglieder beider Vereine, die heute gegründet wurden, auch von DDR-Zeiten her mitzuverantworten.

Schnecke

Diese traumhaft gut erhaltene Versteinerung eines Schneckenhauses wurde in der Blankenhainer Triaslandschaft gefunden und ist im Besitz einer guten Bekannten.

Geologisch gehört dieses Fossil zu Schichten des unteren Muschelkalks.

Perlmutt

Das Interessante an diesem Schneckenhaus ist das noch im Originalzustand sich befindliche Perlmutt. Für ein ca. 200 Millionen Jahre altes Fossil ist dies ein außerordentlich bemerkenswertes Nebeneinander.

Montag

Balsamine

Nach einigen Jahren Dornröschenschlaf hat nun auch die Aussichtsgaststätte Balsamine zwischen Vollersroda und Buchfart im Landkreis Weimar wieder geöffnet.

Der Obelisk links im Bild wurde Anfang des 20. Jahrhunderts vom Thüringer Wald Verein gesetzt, leider ist die Inschrift aufgrund der Verwitterung nicht mehr lesbar.

Die Balsamine ist ein beliebtes Ausflugsziel und von der Straße Vollersroda-Buchfart aus auch mit dem PKW erreichbar.

Buchfart

Herbstlicher Nebel über dem Ort Buchfart unten an der Ilm.

Diesen Blick genießt der Besucher der Balsamine, leider ist vom Ort Buchfart nur noch ein kleiner Teil zu sehen, weil hochgewachsene Bäume die Sicht versperren.

Die Balsamine selbst wurde von einem Bauherrn namens Balduin Zorn aus Possendorf errichtet. Mein Urgroßvater aus Buchfart war Zimmermann und hat für die Balsamine das Fachwerk errichtet.

Dienstag

Von Blankenhain aus ging es an diesem schönen Herbsttag über Weimar, Erfurt, Sömmerda und Nordhausen in den Harz hinein.

Quedlinburg Rathaus

Nach 20 Jahren besuchten wir mal wieder die schöne Stadt Quedlinburg nördlich vom Harz. 1988 war die Stadt eine Tagesreise von Erfurt aus entfernt (Anfahrt und Rückfahrt mit dem Trabant durch den Harz).

Eine Fernsehsendung gab uns den Anlass, Quedlinburg nach so vielen Jahren wieder zu bereisen; wir wollten wissen, was sich dort wirklich hinsichtlich der Erhaltung der historischen Altstadt getan hat und wurden angenehm überrascht.

Quedlinburg am Schloss

Dieses wunderschöne Gässchen am Schloss Quedlinburg erinnert an das Goldene Gässchen in Prag. Alle Fachwerkhäuser in dieser Gasse sind liebevoll restauriert.

Quedlinburg ist eine Reise wert, sehr sehenswert und gastfreundlich. Zahlreiche Hotels und Pensionen bieten sich zum Übernachten an, wir haben auch ohne Vorbuchung eine gemütliche Pension inmitten der Altstadt gefunden.

Gaststätten mit gutem Essen und Trinken gibt es ebenfalls sehr zahlreich.

Mittwoch

Wernigerode Rathaus

Auf dem Weg von Quedlinburg nach Goslar machten wir einen kleinen Abstecher nach Wernigerode. Linksstehendes Foto zeigt das Rathaus.

Wernigerode als Kreisstadt hat schon immmer ein bischen mehr finanzielle Mittel für die Erhaltung der alten Bausubstanzen übrig gehabt, auch schon zu DDR-Zeiten.

Goslar Kaiserpfalz

In Goslar befinden sich die Überreste der größten Pfalz des deutschen Kaiserreiches. Sehenswert ist der offene große Saal, der sogenante Sommersaal. Hier zeigen meisterhafte Wandgemälde die Geschichte der deutschen Kaiser.

Aufgrund der Größe des Reiches hatten die deutschen Kaiser keinen festen Wohnsitz sondern waren von Pfalz zu Pfalz unterwegs. Die sogenannten Kaiserpfalzen sind also in ganz Deutschland verstreut, bekannt ist unter Anderem die Kaiserpfalz in Tilleda unterhalb der Reichsburg Kyffhausen.

Donnerstag

Brocken

Nach einer ruhigen Nacht und einem guten Frühstück in Goslar ging die Reise wieder durch den Harz zurück nach Thüringen.

Am Sender des NDR in Torfhaus gab es eine gute Gelegenheit, den bekanntesten Berg des Harzes, den 1147 m hohen Brocken zu fotografieren.

Grenzkompanie Liebenrode

Entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze stehen immer noch Gebäude der Grenzkompanien. Das Bild linksstehend zeigt die ehemalige Grenzkompanie Liebenrode.

Die zum Südharz gehörigen Grenzkompanien standen in Ellrich, Liebenrode, Mackenrode und Weilrode. Das Objekt mit dem Stabsgebäude des zum Grenzregiment 4 (Heiligenstadt) gehörigen Batallions befand sich in Klettenberg (das Unterkunftsgebäude steht auch noch).

Südharz

Blick über Steinrode zum Harz. Der markante Berg links im Bild ist der Ravensberg über Bad Sachsa im westlichen Niedersachsen.

Der Brocken befindet sich in Bildmitte ganz oben am Horizont.

Freitag

Für den Freitag war eine Tageswanderung angesagt. Das Wetter versprach einen herrlichen Herbsttag und so planten wir eine 25 km Tour von Blankenhain über die Krakau nach Saalborn und als ausgemachtes Ziel den Paulinenturm (Friedensturm) auf dem Adelsberg bei Bad Berka.

Der Rückweg sollte dann über die Tafelbuche, Kasparibank, Pfafftal, Reisberg und Kalkberg erfolgen.

Krakau

Der Gutshof der Krakau/Stadt Blankenhain. Zu Zeiten der DDR war hier ein Volkseigenes Gut.

Saalborn Friedhof

Auf dem Friedhof in Saalborn steht neben der Kapelle eine sehr alte Eibe. Hier am Ortsrand des sehr schönen Thüringischen Dorfes Saalborn machten wir unsere erste Rast.

Wanderweg

Dieser romantisch schöne Waldweg schlängelt sich von Saalborn ausgehend in westliche Richtung am Hang entlang bis zum Adelsberg bei Bad Berka.

Paulinenturmbaude

Die Paulinenturmbaude vom Turm aus gesehen.

Das Gebäude wurde Anfang der 60er Jahre im NAW (Nationales Aufbauwerk) in ehrenamtlicher und freiwilliger Tätigkeit von Bürgern aus Bad Berka errichtet und ist mehrfach auch baulich erweitert worden.

Im Zeitraum von 1971 bis 1975 besuchte ich die EOS (Erweiterte Oberschule, Gymnasium) in Bad Berka, daher war die Friedensturmbaude oftmals der Ort von Klassenfeiern.

Paulinenturm

Der Eingang zum Paulinenturm. Die Partei und Staatsführung der DDR tat sich immer schwer mit dem Erbe des Großherzogstums Sachsen Weimar Eisenach und so wurde der Paulinenturm kurzerhand umgetauft als Friedensturm.

Der Ausblick vom Paulinenturm ist großartig. Im Süden ist der Thüringer Wald zu sehen und direkt unter dem Berg die Stadt Bad Berka.

Weit schweift der Blick über die Orte des Mittleren Ilmtals, selbst die Buchfarter Höhlenburg ist gut zu sehen.

Pfafftalhütte

Diese, vom Forst errichtete Schutzhütte wählten wir als Ort für unsere Vesper am späten Nachmittag. Ein Tisch und zwei Bänke erlauben dem Besucher einen guten Komfort.

Da ich auch beim Wandern nicht gerne auf Messer und Gabel verzichte, weiß ich einen Tisch und Bänke sehr zu schätzen. Daher viel auch die Wahl auf diese Hütte für die Vesper.

Blankenhain

Blick auf die Kleinstadt Blankenhain von der Kalkberghütte aus. Oben am Horizont ist der Thüringer Wald zu sehen.

Sonnabend

Ziele des Samstages waren der Nationalpark Hainich, die Fahnersche Höhe und der Ort Mühlburg im Gebiet der Drei Gleichen zwischen Erfurt und Gotha.

Friedrichswerth

Im ehemaligen Wasserschloss Friedrichswerth und den Nebengebäuden war in der DDR ein sogenannter Jugendwerkhof, von denen es in der DDR einige gab.

Jugendwerkhöfe waren also in der ganzen DDR verteilt und dienten dazu, Jugendliche im Sinne der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands zu erziehen.

Baumkronenpfad

Das Thüringen Journal vom MDR machte uns auf ein Ausflugsziel der besonderen Art aufmerksam: Den Baumkronenpfad im Nationalpark Hainich.

Baumkronenpfad

Auf einer Höhe von 10 bis 20 m wurde der Pfad durch die Baumkronen errichtet. Zahlreiche Tafeln erklären die Bedeutung des Waldes und ausgewählte Baumarten. Von dem etwa 40 m hohen Turm gibt es außerdem einen grandiosen Rundblick über das Thüringer Becken vom Thüringer Wald bis zum Harz.

Anreise mit PKW: Fahren Sie einfach die B84 entlang von Eisenach (A4) nach Bad Langensalza (oder andersherum). Die Hinweisschilder zum Baumkronenpfad nahe dem Ort Craula im Hainich zeigen Ihnen wo es langgeht.

Inselsberg

Mit einer Höhe von 916 m Über NN (Meereshöhe) ist der Inselsberg zwar nicht der höchste Berg des Thüringer Waldes, wohl aber der Bekannteste.

Besonders eindrucksvoll sind Fernsichten im Winter bei Inversionswetterlagen: Wenn das Thüringer Becken mit Nebel gefüllt ist und in 120 km Entfernung der Brocken rausguckt, ist die Erdkrümmung zu sehen.

Bienstädter Warte

Dieser schöne alte Turm auf der Fahnerschen Höhe markiert den Punkt Bienstädter Warte. Die Fahnersche Höhe liegt nordwestlich von Erfurt und ist eine Erhebung ähnlich wie der Ettersberg.

Die Bienstädter Warte queren Sie auf dem Weg von Molschleben nach Gierstädt oder Bienstädt.

Mühlburg Spring

Eine der zahlreichen Karstquellenn in Thüringen ist der sogenannte Spring in Mühlburg im Gebiet der Drei Gleichen. Zusammen mit dem Wasser einen kurz nach der Quelle einfließenden Bachs wird etwas bachabwärts eine Mühle betrieben.

Weitere bekannte Karstquellen sind: der Spring bei Plaue, die Bruchteichquellen bei Bad Tennstedt, der Kranichfelder Stubenbrunnen, der Spring in Niederwillingen bei Arnstadt, das Gründelsloch bei Kindelbrück, die Salzaquelle bei Nordhausen und die Poppenröder Quelle bei Mühlhausen.


Anbieter: nmq​rstx-18­@yahoo.de, die Seite verwendet funktionsbedingt einen Session-Cookie und ist Bestandteil meines nach modernen Aspekten in Perl entwickelten Frameworks.