Erinnerungen an Böseckendorf, Nachruf für einen Freund

Mit einem Foto der Gedenksteine, Nachruf an Günter und ein langes Gespräch

An_der_Grenze

Abgelegener geht nicht: Böseckendorf lag unmittelbar an der innerdeutschen Grenze zu Niedersachsen im sogenannten Schutzstreifen, einem militärischen Sperrgebiet der Grenztrupppen der DDR. Der Ort war an zwei Seiten von der Grenze eingeschlossen und es führte nur eine Straße hinein in das Dorf.

Die Straße links im Bild gibt es erst wieder seit der Grenzöffnung, sie führt nach Immingerode. Eine andere neue, alte Straße geht nach Nesselröden und ein schmaler Fahrweg führt über den Roten Berg nach Neuendorf im ehemaligen Landkreis Heiligenstadt.

Am Ortsausgang, also an der schmalen Straße, die nach Neuendorf führt, wohnte Günter, zuletzt in ärmlichen Verhältnissen im Hause seiner längst gestorbenen Eltern. Die traurige Nachricht, dass der Günter nun auch nicht mehr lebt, erreichte mich vor einiger Zeit. Ich habe ihn ein paarmal nach der Grenzöffnung besucht, er war so alt wie ich und wir beide waren Grenzsoldaten in der Grenzkompanie Günterode. Welch ein Schicksal, Günter, wir werden Dich nicht vergessen!!!

Den DDR-Behörden war der Ort suspekt, es gab zwei Massenfluchten nach dem Westen, eine Gedenktafel erinnert daran. Hier traf ich Ende 2009 einen Landwirt aus Immingerode, wir unterhielten uns sehr lange. Nicht über Gott und die Welt, sondern über das Leben vor und nach dem Mauerfall, aus der Sicht eines Landwirts, der dies- und jenseits der Grenze Ackerland besitzt.

Bis weit in die 90er Jahre hinein, lagen noch viele Minen auf den Äckern, ein Fakt, der selbst mir nicht bekannt war. Die Landminen sind mittlerweile geräumt.


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