Mein erster Postengang an der DDR-Grenze

Erschütternde Erinnerungen gegen das Vergessen

Ende April 1976: Ich komme von meiner ersten Nachtschicht an der Grenze. Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich die Sicherungsanlagen aus nächster Nähe gesehen: Hier ist die DDR zuende und dahinter ist der Westen.

Es war beeindruckend und aufregend zugleich. Im Grenzabschnitt ist eine Grenzübergangsstelle, die GüSt Worbis. Hier verläuft die Fernverkehrsstraße 247 auf dem letzten Stück von Teistungen nach Gerblingerode und dann weiter nach Duderstadt in Niedersachsen.

Die GüSt ist nachts hell beleuchtet. Mein Postenführer erklärte mir, dass aufgrund dieser Beleuchtung der Verlauf der Grenze auch vom weiteren Hinterland aus sichtbar ist, was für etwaige Grenzverletzer einen Vorteil bedeutet.

Die Führungsstelle im Grenzabschnitt Teistungen ist ein Bunker vom Typ FB3, was soviel heißt wie Führungsbunker 3. Dieser Bunker befindet sich auf dem Mäuseberg, einem Hügel südlich von Teistungen. Jeder Grenzabschnitt hat eine Führungsstelle, Bunker vom Typ FB3 gibt es jedoch nur in bestimmten Abschnitten, nämlich in denen, wo die Minensperre G501 aufgestellt ist.

Diese Minensperre mit SM-70 Minen bestückt, reicht links der GüSt, von Neuendorf/Etzenborn bis rechts über die GüSt ein Stück über die Gerblingeroder Breite (Kindergarteneck).

Aufgeteilt ist die Minensperre in Abschnitte und Felder, zu jedem Abschnitt gehört ein Schaltschrank und im Bunker auf dem Mäuseberg stehen zwei dieser Schaltschränke. Im Schaltschrank gibt es für jedes Minenfeld eine Kontroll-Leiterkarte.


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